Tag 21: Vom Rifugio Prenolz nach Arfanta

Tag 21: Vom Rifugio Prenolz nach Arfanta

Es gewittert und gewittert. Das Wetterradar zeigt eine mit Blitzen übersäte Gewitterfront, in deren Mitte wir frühstücken. Wir warten lange, und halten eine kurze leise halbe Stunde für eine geeignete Zeit aufzubrechen. Wir sind nicht ausgesetzt unterwegs, überall gibt es Unterstand. Nach 18min Wanderung gewittert es erneut extrem heftig. Wir kauern in unseren Regenhosen unter dem Vordach eines verlassen Hauses. Wir haben schlechte Laune und ein Motivationstief. Die folgenden 45min werden wir mit Recherchen zu ÖBB Nachtzügen von Venedig nach München (so schnell wie möglich auf die trockene Couch) verbringen. Gut informiert über die Möglichkeiten bei einer möglichen anhaltenden schlechten Laune ziehen wir weiter. Die Wolken reißen auf und es wird dampfig. Wir steigen ca. 300 Höhenmeter auf. Auch hier ist der Wald von dem Oktoberunwetter zerstört worden. Am Pian de Femene können wir in die Weite des Veneto-Tals hinuntersehen. Wir sehen zum ersten Mal auf unserer Tour das Meer und vergessen schnell wieder die Gedanken an den ÖBB Nightjet. Von da an geht es Stunden auf Teerserpentinen ins Tal. Die Zeit will nicht vergehen, doch irgendwann erreichen wir Revine, ein verschlafenes Örtchen am Bergende. Wir hoffen auf ein kühles Getränk, doch befinden wir uns in der 12 bis 16-Uhr Lähmung Italiens. Und so ist es für den in der Mittagshitze laufenden Wanderer unmöglich etwas zu bekommen. Wir folgen weiter der Straße, die uns einen letzen Hügel hinauf nach Tarzo führt. Auf den letzten Kilometern nach Arfanta werden die Beine schwerer und auch die Augen fallen langsam zu. Ein Schild weist uns darauf hin, dass wir die Proseccostraße erreicht haben, was unsere Leber heute noch zu spüren bekommt...